Montag, 8. Februar 2016

Vom Vegetieren in der Polarität – hin zum Leben in der Einheit



In diesem Buch schildere ich - soweit es mir noch mit meinen begrenzten menschlichen Worten überhaupt möglich ist - Erkenntnisse und innere Erlebnisse auf meinem  Wege hin zur Einheit.

Wie kann sich ein polares Bewusstsein Einheit vorstellen, was kann es darüber sagen?  Das Erwachen in der Einheit ist die radikalste Veränderung, die ein Mensch erleben kann. Einheit ist keine bessere Polarität, kein Paradies auf Erden - Einheit ist das vollkommen andere, das Unvorstellbare, die eigentliche Freiheit.
Die Abgrenzung aus der Einheit nennt man psychologisch „Ichbildung“, philosophisch „Schuld“ und theologisch „Sünde“. So bezeichnet man diesen Schritt von der Einheit in die Zweiheit (Polarität) traditionell als  Fall (Sündenfall, Sturz). Das Wort Sünde meint Absonderung von der Einheit.

Der Punkt ist uraltes Symbol für Gott, gleich Einheit; denn der Punkt besitzt weder Ort noch Dimension, enthält also alles! Wer sich von der Einheit abgesondert hat, trifft nicht mehr, verfehlt den Punkt. Die Einheit, Gott wird dadurch gefunden, dass die Gegensätze der Polarität geeint werden.
Ziel der Bewusstseinserweiterung ist Bewusstwerdung von Einheit, d.h. Bewusstwerdung Gottes, einer unerschöpflichen Weite, Güte, Wärme und Barmherzigkeit.  .

Auf der materiell-körperlichen Ebene glaubt der Mensch  die Suche nach Einheit sei Sexualität. Die Polarität wird im Geschlechtsakt überwunden und das Glücksgefühl der Einheit im Orgasmus erlebt. In dem kurzen Augenblick dieser körperlichen Einheit ist der Mensch bereits „gottähnlich“ und kann etwas vollbringen, was er als polarer Mensch nicht kann: Leben zeugen. Doch die Glückseligkeit, die aus der Vereinigung der Körper erwächst, ist nicht dauerhaft, weswegen er versucht, dieses Glück durch häufige Wiederholung immer wieder zu gewinnen. Die Welt jedoch unterliegt der Zeit - deshalb ist jedes materielle und körperliche Glück vergänglich.
Die Rückkehr in die göttliche Einheit ist untrennbar verbunden mit der Aufgabe des Egos. Jedes „ich will“ erhöht die Mauer, die den Menschen von der Einheit trennt.           

In der Partnerschaft vermögen wir uns gegenseitig unterstützen auf dem Heimweg, hin zur Einheit.  Wir sind somit nicht mehr darauf angewiesen, dass uns jemand liebt, denn wir sind selbst innerer Besitzer der Liebe. Das ist das höchste Glück. Dieses Glück können wir nie mehr verlieren, denn es ist nicht ein geliehenes, sondern ein ewig dauerndes Glück, allgegenwärtig. Es benötigt keiner äußeren Anerkennung mehr.   
Wenn du das Geheimnis richtiger Beziehungen erfahren willst, suche nur noch nach dem Guten, das heißt dem Göttlichen, in allen Menschen und Dingen. Alles Übrige  überlasse Gott. . 
Bin ich in meinem Innersten, bei mir, dann bin ich auch im Göttlichen, denn das ist identisch, das ist die Einheit. Es ist die einzige wirkliche Heimat, die es für uns gibt; die Heimat in uns selbst ruhend.

Erlauben wir jedem Menschen so zu sein, wie er ist, beginnt er sich zu ändern.
Alles wird erkennbar,  sobald es dem Licht ausgesetzt wird. Was dem Licht ausgesetzt wird, wird zum Licht. Wir können Erkanntes nur denen mitteilen, die in der Lage sind,  dem Licht zu dienen, denn Realitäten folgen immer dem Bewusstsein. 

Alles ist eins. Jeder Kampf gegen etwas ist immer ein Kampf gegen sich selbst.
Schon Miguel de Cervantes will uns in seinem Don Quijote sagen, dass jeder Kampf
gegen etwas, ein Kampf gegen die Windmühlenflügel ist.
Erst als ich staunend den Don Quijote in mir erkannte, begann ich zu erahnen, was
Miguel de Cervantes der Menschheit damals und heute mitzuteilen  hat.   

Die Finsternis verleitet uns gegen sie zu kämpfen, um daraus Energie zu ziehen.
Wenn du gegen etwas kämpfst, kämpfst du nur gegen dein unerschlossenes, eingeengtes Bewusstsein, denn unsere Meinungen sind schlimmer als ein reales Gefängnis. Jede Definition beinhaltet schon eine Begrenzung. 

Die meisten Menschen haben sich damit abgefunden, gelebt, d.h. manipuliert  zu werden. Zu oft stürzen sie sich immer wieder mutig in den Kampf, ohne zu begreifen, dass auch sie manipulieren und gerade durch diesen Kampf das stark machen, was sie krampfhaft zu bekämpfen versuchen. Dorthin lenken sie ihre  wertvollsten Kräfte.  Dem Kampf gilt ein Großteil ihrer  wachsamen Aufmerksamkeit. Sie konzentrieren sich auf die „böse“ Welt und vergessen darüber ihr eigenes Wesen, ihre eigene Entwicklung.
In den kurzen Augenblicken, als sie eine  andere Ein-Sicht über die Zusammenhänge gewonnen hatten, wussten sie kurzfristig, dass es  anders sein sollte, ließen sie sich  jedoch wieder hineinziehen in die alten Gewohnheiten, um den Kampf fortzuführen.     
Es herrscht eine kollektive Ratlosigkeit. Viele wissen zwar nicht, was sie tun, aber sie tun es mit voller Kraft, denn das Ego sucht sich im Tun. Arbeit kann ein Narkotikum sein, dann ist es eine Flucht in die Arbeit aus Angst sich selbst zu erkennen. Es  wäre für viele besser sich zu langweilen, erst dann erkennt er, was er wirklich will. Die Daseinsfreude ist unabhängig von äußeren Dingen.

Viele Menschen schlafen solange sie leben. Wenn sie sterben, erwachen sie. Sie sehen dann, was sie in ihrem Erden-leben hätten tun sollen.

Wenn wir hingebungsvoll alles, was uns begegnet, annehmen und dafür danken, kann sich, was uns vorher erregte, auflösen. Vollständige Annahme dessen was ist, ist die Lösung, ist Erleuchtung.

Deshalb sind wir ausgegangen, um die zu erlösen, die Täter sind, die "Bösen". Wenn wir sie so annehmen und lieben wie sie sind, können sie sich mit verändern.

Verweilen - innehalten. Einlassen und hingeben, desto weiter wird die Gegenwart. Wir dringen in das Hier und Jetzt, in die  zeitlose Vergessenheit ein. 

Unsere Heilung und Reifung beginnt immer damit, dass wir anerkennen was ist. Der Weg in unser Inneres, der zur Selbsterkenntnis führt,  macht uns auf unsere Blockaden und Abgründe aufmerksam, die uns versklaven und knechten.  

Es kann gefährlich sein, in sich zu gehen, wenn wir nicht zugleich zu Gott gehen, der alle so annimmt, wie sie gerade sind. Ebenso unfruchtbar kann es sein, frommen Sinnes zu Gott zu fliehen, um sich dabei selbst auszuweichen.

Mein Nächster ist mir Spiegel. Er hilft mir das verborgene Gesicht meiner Seele zu er-kennen, wenn ich hineinschaue. Bevor mich das befreit, erschreckt und schmerzt es. Die Macht der Nichtigkeiten durchschauen. So erwache ich aus meiner Trunkenheit und werde nüchtern. Ich erkenne meine bis dahin unbewussten Besetzungen und werde frei. Aus dieser gewonnenen Freiheit heraus kann ich meinen Nächsten so lassen, wie er noch ist.   

Mit der Hilfe, nennen wir ihn den inneren Beobachter,  kann ich jeden Gedankenkomplex und jede Gefühlsmischung wahrnehmen. In dem Moment wo ich anfange, das Wahrgenommene zu zensieren, positiv oder negativ zu bewerten, zieht sich der Beobachter zurück. Denn er urteilt nicht, er stellt nur fest, dass ich jetzt urteile.
Durch die neutrale Tätigkeit entsteht Raum, mich von den Besetztheiten und Verhaltenszwängen meines Musters von Fall zu Fall zu entkoppeln. Mit Hilfe des inneren Beobachters schaffe ich einen leeren Zwischenraum  zwischen den beiden automatischen Reaktionen:
Verdrängen auf der einen Seite, Sich-Identifizieren auf der anderen Seite. In diesem freien Raum kann dann die bedingungslose Liebe einströmen, die da sagt: Es ist, wie es ist. Das ist der Anfang einer Umwälzung. So ähnlich ist der Ablauf in der Vipassana-Meditation.    

Wenn wir einen Menschen bevorzugen, lehnen wir uns an ihn an, weil wir nicht standhaft sind, nicht fest stehen. Wir bevorzugen die, an die wir uns anlehnen. Dann sind wir unselbständig, wir sind ungerecht.  

Erkenntnis kann man nicht lehren oder lernen, man muss sie sich erarbeiten oder man bekommt sie, sofern man reif dafür ist, von oben geschenkt. Den Seinen gibt's der Herr bekanntlich im Schlaf; eine sehr tiefgründige Redewendung.    

Max Planck, der sein ganzes Leben der Erforschung der Materie widmete, formuliert die zusammenfassende Erkenntnis seiner Forschungen wie folgt:
„Es gibt keine Materie an sich! Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche, sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre.“

Auch W. Heisenberg ist der Ansicht, dass es eine solche objektive Welt in Raum und Zeit gar nicht gibt.     

Es gibt keine objektive Wirklichkeit. Die Spiegelung, die uns erregt, hat keine Wirklichkeit. Erst durch unsere Kritik, werden was wir kritisieren zur Wirklichkeit. Wenn wir trotzdem weiter kritisieren sind wir verwirrte Verführer.

Die Quantenphysik zwingt uns, von vertrautem Wissen über Erfahrungen des Alltags Abschied zu nehmen, z.B. von der Vorstellung, dass die Realität, die wir sehen, unabhängig von uns existiert.
Viele Dinge, die wir als vernünftig annehmen, werden durch die Quantenphysik außer Kraft gesetzt. Folglich bewirkt dies eine Änderung unseres liebgewordenen Weltbildes.
Kurz gesagt: Unser gesunder Menschenverstand und unsere Denkgewohnheiten sind häufig nichts als Vorurteile.      
Alles was wir sehen, basiert auf dem, was wir schon gesehen haben. Was wir nicht an-nehmen können, weil es dem „gesunden“ Menschenverstand widerspricht, verhindert die Erweiterung unseres Bewusstseins. Wir erleben viel mehr, als wir begreifen können. 
Die hochabstrakte Quantenphysik ist nur durch Verinnerlichung zu verstehen, nicht intellektuell. Über Quantenphysik kann man nur in Bildern oder Gleichnissen reden. Sie führt uns in ein holistisches Weltbild, in die Wirklichkeit in ihren Möglichkeiten, in ihrer Potentialität. Es gibt nichts was wirklich existiert, alles ist nur Information.    

Die moderne Wissenschaft eignet sich durchaus als Vehikel, den spirituell Suchenden über einen „äußeren Weg“ zu höherem Bewusstsein zu bringen.

Werner Heisenberg sagte: „Der erste Trunk aus dem Becher der Wissenschaft macht atheistisch. Doch auf dem Grund des Bechers wartet Gott“.  

Alle äußeren Aktivitäten, solange sie aus dem Eigenwillen, dem Ego kommen, verschlimmern nur die Situation auf der Erde und alles was auf ihr lebt, wie die Naturreiche, Pflanzen, Tiere und Menschen.
Schon Luther sagte: "Der menschliche Eigenwille hat nur die Kraft zur Sünde."

Kann in dieser Welt Frieden werden, wenn der Einzelne in sich in Unfrieden lebt? Frieden kann auf dieser Welt nur einziehen, wenn der Einzelne zuerst in sich den Frieden gefunden hat.
Nur wenn du weißt, wer du bist, wirst du Frieden finden.
Ich kann nicht in Frieden leben, wenn ich selbst nicht zufrieden bin.
Wenn eine Erkenntnis zutrifft, macht sie betroffen. 

Zufall ist eine Kausalkette, deren Anfang wir zum Teil nicht kennen. 

Was du hast und nicht haben willst, verschlimmert sich. 
Nöte, die man hat, bejahen und erkennen, warum man sie hat.


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