Mittwoch, 14. März 2018

The Salisbury Tales... https://www.nachdenkseiten.de/?p=42924

Am Dienstag äußerte sich die britische Premierministerin Theresa May erstmalig im Parlament zum Fall Skripal. Ihre Rede war zwar angriffslustig, aber auch bis in die feinsten Nuancen vorformuliert und vom Blatt abgelesen. Daher sollte man auch sehr genau auf die exakte Formulierung achten. An keiner Stelle sagte May, dass das Nervengift, mit dem Skripal nach Ansicht der britischen Behörden umgebracht werden sollte, ein Kampfstoff war, der in Russland hergestellt wurde oder den nur Russland besitzt. Sie sagt vielmehr, es handele sich um „ein Nervengift von einem Typ, der in Russland entwickelt wurde“. „Wir wissen, dass Russland dieses Gift früher produziert hat und noch immer in der Lage ist, dies zu tun“. Das träfe auch auf das Begriffspaar Sarin und Deutschland zu und dennoch kommt niemand auf die Idee, Angela Merkel sei nun für jeden Sarin-Anschlag verantwortlich.
Auch als Indiz in einem Kriminalfall ist diese sehr vage Formulierung schon extrem schwach. Das Gift, das angeblich in Salisbury zum Einsatz kam, soll ein Nervengift aus der sogenannten „Nowitschok-Reihe“ sein, die in den 70ern und 80ern in der Sowjetunion entwickelt wurde und später in zahlreichen Varianten produziert wurde. Es ist aktenkundig, dass neben den Nachfolgestaaten der Sowjetunion auch die USA Zugang zu Stoffen der „Nowitschok-Reihe“ hatten- z.B. im Jahre 1999, als Experten der US-Behörden eine Forschungseinrichtung der Sowjets in Usbekistan außer Betrieb nahmen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass neben den USA auch Staaten wie Israel und ganz sicher auch Großbritannien sich Kenntnisse über das C-Waffen-Programm der Sowjets beschafft haben.
Die britische Forschungseinrichtung, in der fremde Kampfstoffe analysiert und eigene entwickelt wurden, ist übrigens Porton Down, das nur einen Steinwurf entfernt vom Tatort in Salisbury liegt. Die vermeintliche Tatwaffe ist also noch nicht einmal ein Indiz für die Frage, wer denn der Täter sein könnte. Mehrere Staaten dürften über Kampfstoffe aus der „Nowitschok-Reihe“ verfügen. Genauere Aussagen dazu wären sicher möglich, wenn die Briten spezifischere Aussagen zum Kampfstoff machen würden. Genau das wollen sie aber nicht und lehnten eine entsprechende Bitte der russischen Ermittlungsbehörden bereits brüsk ab.
Die Akte „Orbis“
Ein russischer Geheimdienstoffizier, der gegen Geldzahlungen Informationen an den britischen Auslandsgeheimdienst verkaufte und dabei rund 300 russische Agenten enttarnte, sollte mit einem Kampfstoff umgebracht werden, auf den nur einige wenige Geheimdienste der Welt Zugriff haben … völlig klar, dann kommen ja nur „die Russen“ als Täter in Frage. So simpel die Logik westlicher Medien und Politiker ist, so falsch ist sie. Sergej Skripal hatte offenbar auch engen Kontakt zu mindestens einer weiteren Gruppierung, die durchaus ein Mordmotiv haben könnte.
Als Sergej Skripal 1995 als Oberst des russischen Militärgeheimdiensts vom britischen Auslandsgeheimdienst MI6 „umgedreht“ wurde, war dies wohl das Werk des britischen Agenten Pablo Miller, der fortan als „Führungsoffizier“ von Skripal tätig wurde. Koordiniert wurde die Arbeit offenbar durch Christopher Steele, einem MI6-Agenten, der in Moskau tätig war. Steele ist kein Unbekannter. Zwischen 2006 und 2009 war er der Abteilungsleiter „Russland“ im MI6. Er war es auch, der damals im Mordfall Litwinenko die Ermittlungen leitete und – entgegen der Indizienlage – Russland als Hauptverdächtigen ausmachte.
2009 verließ Steele den MI6 und gründete seine eigene private „Sicherheitsfirma“ mit dem Namen „Orbis Business Intelligence“. Das Haupttätigkeitsfeld von Orbis war (und ist) es, Vorwürfe gegen Russland zu fabrizieren. Orbis war es, die von einem „privaten Kunden“ den Auftrag erhielt, im Rahmen des sogenannten „Project Charlemagne“ (Projekt Karl der Große) den angeblichen Eingriff Russlands in den Wahlkampf von Frankreich, Italien, Großbritannien und Deutschland zu „belegen“. Falschmeldungen über russische Troll-Armeen, die russische Finanzierung von Le Pen, Berlusconi und der AfD und angebliche Pläne Moskaus, die EU zu zerstören, stammen allesamt von Orbis und wurden von Medien und Politik willfährig weitergegeben.
Aber nicht nur das. Orbis war es auch, die für die US-Demokraten im Wahlkampf das umstrittene „Trump-Dossier“ erstellten, die „Mutter“ aller Verschwörungstheorien, nach der Putin zugunsten Trumps in den US-Wahlkampf eingegriffen haben soll. Christopher Steele ist kein kleiner Fisch, sondern der große Karpfen im Teich der westlichen Anti-Putin-Propaganda. Das Auftauchen seines Namens im Umfeld des Mordversuches von Salisbury sollte eigentlich sämtliche Alarmglocken klingeln lassen. Vor allem dann, wenn man weiß, dass auch Skripals ehemaliger MI-6-Führungsoffizier Pablo Miller Angestellter von OBE (Orbis Business Intelligence) ist und laut eines vor wenigen Tagen gelöschten Profils bei Linkedin das OBE-Büro in der Kleinstadt Salisbury geleitet und Skripal Presseberichten zufolge ziemlich häufig getroffen hat.
Halten wir also als Fakt fest: Skripal hat sich regelmäßig mit seinem ehemaligen Führungsoffizier getroffen, der für das Unternehmen tätig ist, das eine Art Marktführer in Sachen Anti-Putin-Propaganda ist. Das ist doch eine interessante Sache. Warum liest man davon in den deutschen Medien nichts?
Die genannten Fakten lassen für den ehemaligen britischen Top-Diplomaten Craig Murray nur den Schluss zu, dass wohl auch Sergej Skripal für Orbis tätig war – wahrscheinlich hat Skripal wohl auch am „Trump-Dossier“ mitgearbeitet. Skripal war also wahrscheinlich für eben jenes dubiose Privatunternehmen tätig, das in Europa (Project Charlemagne) und den USA (Trump-Dossier) sehr maßgeblich an der antirussischen Propagandakampagne beteiligt war. Dies ist kein Beweis in welche Richtung auch immer, aber zumindest ein sehr starkes Indiz und ein ganz klarer Fingerzeig, in welche Richtung die britischen Behörden nun ermitteln sollten – nämlich in Richtung Miller, Steele und Orbis. Freilich könnten dies alles nur Koinzidenzen sein … wahrscheinlich ist dies aber nicht.
Cui bono? Ganz sicher nicht die Russen
Für Medien und Politik lag der Fall schon Stunden nach der Tat auf der Hand. Niemand anderes als „die Russen“ kann der Täter sein. Dabei lernt doch jeder „Krimifreund“, dass Ermittler beim Fehlen von klaren Beweisen und Indizien erst einmal nach dem Motiv fragen sollten. Haben die Russen wirklich ein Motiv? Jein. Natürlich hätte theoretisch jeder Staat, der gegen Geld von einem Doppelagenten verraten wurde, ein Motiv, diesen Verräter später zu töten, auch um potentielle Nachfolger abzuschrecken. Aber dieses Problem ist so alt wie das Spionagehandwerk und spätestens seit dem Kalten Krieg hat sich zwischen den Machtblöcken ein System etabliert, bei dem Spionen eine „Du-kommst-aus-dem-Gefängnis frei“-Karte mit auf den Weg gegeben wird. Inhaftierte Spione werden in unregelmäßigen Abständen ausgetauscht. Das war auch im Fall Skripal so, der nach gerade einmal vier Jahren Haft im Rahmen eines Agentenaustausches nach Großbritannien ausreisen durfte. Würde ein Geheimdienst – egal welcher Nation – dieses System, das ja auch einen impliziten Schutz für alle Spione darstellt, ohne Not durch einen sinnfreien Rachemord zerstören und damit das Leben der eigenen Leute gefährden? Das wäre dumm.
Noch dümmer wäre im konkreten Fall das Timing. Warum sollte Russland kurz vor der Wiederwahl Putins und der Eröffnung der Fußball-WM, die ohnehin zum Gegenstand massiver Anti-Russland-Propaganda werden wird, den Hetzern im Westen ohne Not eine solche Steilvorlage geben? Die kalten Krieger der taz und des Guardians überschlagen sich schon gegenseitig beim Ausdenken möglicher Sanktionen gegen Russland. Bemerkenswert ist dabei, dass der angeblich linksliberale Guardian ganz offen empfiehlt, russischen Medien wie RT die Sendelizenz zu entziehen. Man kämpft offenbar nur dann für die Pressefreiheit, wenn es den eigenen Interessen dienlich ist. Das britische Königshaus bleibt der WM jedenfalls fern, während ein Boykott dem eigenen Volk wohl kaum zu verkaufen ist. Dies ergab auch eine Umfrage der BILD – da ist noch einiges an Hetze zu erwarten und der Fall Skripal eignet sich dafür sehr gut.
Es sind jedoch nicht nur die Transatlantiker und Kriegshetzer im Westen, denen der Fall Skripal in die Karten spielt. Craig Murray weist auf einen Profiteur hin, den hierzulande fast keiner auf der Karte hat – Israel. Israel verfügt offenbar über die Tatwaffe, hat mit dem Mossad eine der professionellsten Organisationen für Auftragsmorde an der Hand, ist durchaus fähig, Spuren in die falsche Richtung zu legen und hat vor allem ein Motiv. Das russische Engagement in Syrien untergräbt die israelischen Interessen im eigenen Vorhof und der russische Einfluss im Libanon und in Iran ist Israel ohnehin ein Dorn im Auge. Natürlich gibt es auch kein Indiz und erst recht keinen Beweis, der eine israelische Tatbeteiligung belegen könnte. Aber das gibt es im Falle Russland auch nicht. Beides sind Arbeitshypothesen. Seltsam nur, dass die eine Hypothese als ziemlich sichere „Wahrheit“ gehandelt und die andere Hypothese nicht einmal angedacht wird. Und zum Thema „Orbis“ werden wir sicher auch in den nächsten Wochen nichts in unseren Zeitungen lesen, obgleich hier ein öffentliches Interesse sehr eindeutig zu erkennen ist.

Dienstag, 13. März 2018

Spiritualität statt Religion

                    Spiritualität statt Religion


Warum also hat Jesus von Nazareth keine Schriftstücke, Lehraussagen oder Evangelien selbst aufgeschrieben oder aufschreiben lassen, damit es wirklich identisch auf die Nachwelt überliefert werden konnte? War es nicht zu allen Zeiten schon so, dass man Schriftstücke fälschen konnte? Und warum sollte man die Lehraussagen des Evangeliums nicht hätte fälschen können? Man hat es zur Genüge getan.
Als im Jahre 372 der Bischof von Rom, Damaskus, dem Gelehrten Hieronymus den Auftrag gab, die vorhandenen Schriften zu ordnen und eine verbindliche Bibelausgabe zu erstellen, da erklärte er sich dazu nicht im Stande. Ob er auch Originale hatte, das ließ sich nicht feststellen, denn er sagte selbst, "Die Schriften die er habe, seien Abschriften, und Abschriften von Abschriften". Und wenn heute behauptet wird, dass Gott die "Reinheit seiner Aussagen geschützt hätte", dann ist das ein frommer Wunsch, aber keine Tatsache, denn Gott lässt auch dem Fälscher seinen freien Willen.
Gerade weil Gott den freien Willen jedes Menschen respektiert, der Mensch könnte ja sonst keine Fehler machen, wusste Gott auch, dass man seine Offenbarungen und später auch die Aufzeichnungen ändern könnte. Aus diesem Grunde hat Gott eine Methode gewählt, die von keinem Fälscher beeinflusst werden kann.
Jesu selbst hat aus diesem Grunde nichts aufgeschrieben, weil er jedem Nachfolger die Chance aufzeichnete, dass er mit ihm direkt sprechen wird, wenn er sich ganz mit ihm verbindet und IHN in seinem Inneren aufgenommen hat.
So hat Jesus aufgezeigt, was ER unter dem Wort: "ICH BIN der WEG und die Wahrheit ....." gemeint hat, denn niemand kommt zum Vater denn durch mich." Von Theologen war nicht die Rede. Deshalb heißt es bei (Joh. 5/19) "... der Sohn vermag aus sich selbst nichts zu tun, was er nicht den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise.
Joh. 5/37  Und der Vater, der mich sandte, er selbst gab Zeugnis über mich; doch ihr habt weder seine Stimme jemals gehört, noch seine Gestalt gesehen.
(38)  auch sein Wort habt ihr nicht in euch wohnen, weil ihr dem, den er sandte, nicht  glaubt. Wer an mich glaubt, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
(43)  Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr nicht fähig seid, mein Wort (im Inneren) zu hören.

Dies alles ist nur in direkter Gottesverbindung möglich!

Joh. 14/10  "... Die Worte die ich euch sage, rede ich nicht aus mir; der Vater, der in mir wohnt, er selbst ist am Werke."
14/13:   "Und  um was ihr (den Vater) bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun,  damit verherrlicht werde der Vater im Sohn."
14/14:  "Wenn ihr um etwas mich bittet in meinem Namen, werde ich es tun."
14/15:  "Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten."
14/16:   und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, damit er immerfort bei euch bleibe."
14/17:  "...den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht  sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein."
14/18:  Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen: ich komme zu euch." (im Inneren Wort)
14/21:  "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer aber mich liebt, wird geliebt werden von meinem Vater, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren." (Im Inneren Wort)
14/23: "... wird mein Wort bewahren, und mein Vater wird ihn lieben und wir werden Wohnung bei ihm nehmen." (Im Inneren Wort)
14/26: "Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater  senden wird in meinem Namen, er wird euch alles lehren  und an alles erinnern, was ich euch gesagt habe".

Wenn also der Heilige Geist dafür sorgen wird ("Er wird euch alles lehren und an alles erinnern, was ich euch gesagt habe."), dann sagt dies eindeutig aus, dass die Nachfolger Seiner Lehre nicht in Büchern zu lesen brauchen, weil sie durch "Seine innere Stimme" an aller erinnert werden, was für sie in irgendeiner Situation wichtig und erforderlich ist. Er hat nie gesagt: "Habt ihr jetzt alles aufgeschrieben, dass diese meine Aussage nicht verlorengehen möge?" Das  ist auch nicht erforderlich, wenn der Heilige Geist alle die Lehrer, aber erst recht seine weiteren Propheten, an alles erinnert wird, was Jesus gelehrt hat.

Hieraus lässt sich erkennen, dass es nicht der Wille Gottes war, dass Schriften hergestellt werden, weil dadurch diejenigen, die intellektuell und als Buchstaben-Menschen nur die Worte lesen wollen, ihren Wissensdurst stillen werden und denken könnten: "Ich weiß es jetzt, also bin ich Christ!" Mit diesem Gedankengut, das vor allem von den Kirchenlehrern ausging, kam ein falsches Denken in die Kirche, und es waren schon sehr bald zwei Wege zu erkennen: den inneren WEG DER WAHRHEIT (2. Petr.) und den äußeren Weg, der schon von Anfang an nicht um Zeremonien und Riten herumkam und eine äußere "greifbare Kirche" aufbaute.
Joh. 15/7:   "Bleibt ihr in mir und bleiben meine Worte in euch, dann bittet, um was  ihr wollt, und es wird euch zuteil werden."
15/26:  "Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch senden werde vom Vater, den Geist der Wahrheit, wird er Zeugnis geben von mir.
15/27:  und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir seid."

Joh. 16/12:  "Noch vieles habe ich euch zu sagen, doch ihr könnt es jetzt nicht tragen;
16/13:   Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch hinführen zur vollen Wahrheit; denn nicht von sich aus wird er reden, sondern was er hört, wird er reden, und das Kommende wird er euch künden.
16/14:  Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch künden."

Diese langen Passagen sind Worte Jesu während seiner Lehrtätigkeit und der Beweis, warum Jesus keine Buchstaben-Kirche wollte, sondern alle seine Jünger und Nachfolger sollten durch das Innere Wort geführt werden und die Weisheit Gottes persönlich erfahren.
Wir sollen nun nicht die Worte zerpflücken, sondern den Sinn der Worte erfassen und den Geist, der darin wirkt und spricht. Sind es nicht wundervolle Worte der Verheißung, dass wir nicht allein gelassen und verwaist zurückgelassen sein werden?
Hat Jesus damit nur seine damaligen Jünger gemeint? - sicherlich nicht, denn er hat damit angedeutet, wie er seine künftigen Gemeinden in der Welt führen will: durch den Beistand des Heiligen Geistes. Nur auf diese Weise nahm und nimmt der Heilige Geist von der "Lehre Jesu" und führt die Gemeinde, die auf Seinem Wege ist, nach dem Worte Jesu (Joh. 14/4 f):
"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich."
Dieser Absatz "außer durch MICH" bedeutet: im Inneren, durch das Innere Wort, in dem ER Selbst wirkt und gegenwärtig ist, und nicht durch eine äußere Kirche.

Dieser Weg wird uns durch Jesus selbst aufgezeigt. Im Johannes-Evangelium 14/4 sagt Jesus: "Und wohin ich gehe - den Weg (dahin) wißt ihr." Und da Thomas verneint, diesen Weg zu kennen, spricht Jesus das wichtige Wort (14/6): "ICH BIN der WEG und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich." Diese Worte sind aber nicht die einzigen, die über den Weg des Messias reden, sondern wir finden Hinweise an mehreren Stellen in der Bibel.

Die frühen Christen nannte man - da man die Bezeichnung "Christen" sicherlich noch nicht kannte  - die "Anhänger des Weges." Die Nachfolge Jesu war die Lehre des Weges.

In der Jerusalemer Bibel steht in der Apostelgeschichte in
9,1: "Saulus, der noch immer Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn schnaubte, ging zum Hohepriester
9/2      und erbat von ihm Briefe (Haftbefehle) an die Synagogen von Damaskus, um     alle "Anhänger des Weges" , die er dort fände, Männer wie Frauen, gebunden nach  Jerusalem zu führen.

Es war überhaupt nicht der Wille Christi, dass seine Lehre niedergeschrieben würde und dass Schriften als Quelle der Wahrheit gelten sollten. Wäre dies sein Wille gewesen, dass seine Lehre schriftlich niedergelegt würde, so hätte er dies klar zum Ausdruck gebracht.
Es ist ein Buch geworden, in dem jeder die Beweise für seine Lehren sucht und auch findet. Man hat einige hundert "christliche" Religionsgemeinschaften gezählt. Alle unterscheiden sich in irgendeiner Glaubenslehre. Und doch berufen sich alle auf das Neue Testament, um ihre abweichende Lehre zu beweisen.
Sollte der all-weise Gott ein Buch, in dem jeder seine Irrtümer findet, zur reinen Quelle der Wahrheit bestimmt haben? Das auch nur zu denken, wäre eine Gotteslästerung.

Heute stehen wir vor einem hundertfältig gespaltenen Christentum, vor zahllosen Religionsgemeinschaften, die alle etwas anderes als Wahrheit verkünden und von denen jede ihr eigenes Glaubensbekenntnis als wahre Lehre Christi ausgibt.

Wer daher wissen will, was in der Bibel, wie sie uns heute vorliegt, richtig und was nicht richtig ist, kann es nur auf dem Wege erfahren, auf dem alle gottestreuen Menschen der Vergangenheit die Wahrheit gesucht und gefunden haben, nämlich durch die Verbindung mit der Geistwelt Gottes im Inneren Wort.

Mahatma Gandhi bekannte sich gerne als Jünger Jesu, aber  nicht als Christen. Jünger Jesu zu werden ist eine spirituelle Angelegenheit; "Christ zu sein im herkömmlichen Sinne, ist eine Sache der Religion", sagte er.