Dienstag, 13. März 2018

Spiritualität statt Religion

                    Spiritualität statt Religion


Warum also hat Jesus von Nazareth keine Schriftstücke, Lehraussagen oder Evangelien selbst aufgeschrieben oder aufschreiben lassen, damit es wirklich identisch auf die Nachwelt überliefert werden konnte? War es nicht zu allen Zeiten schon so, dass man Schriftstücke fälschen konnte? Und warum sollte man die Lehraussagen des Evangeliums nicht hätte fälschen können? Man hat es zur Genüge getan.
Als im Jahre 372 der Bischof von Rom, Damaskus, dem Gelehrten Hieronymus den Auftrag gab, die vorhandenen Schriften zu ordnen und eine verbindliche Bibelausgabe zu erstellen, da erklärte er sich dazu nicht im Stande. Ob er auch Originale hatte, das ließ sich nicht feststellen, denn er sagte selbst, "Die Schriften die er habe, seien Abschriften, und Abschriften von Abschriften". Und wenn heute behauptet wird, dass Gott die "Reinheit seiner Aussagen geschützt hätte", dann ist das ein frommer Wunsch, aber keine Tatsache, denn Gott lässt auch dem Fälscher seinen freien Willen.
Gerade weil Gott den freien Willen jedes Menschen respektiert, der Mensch könnte ja sonst keine Fehler machen, wusste Gott auch, dass man seine Offenbarungen und später auch die Aufzeichnungen ändern könnte. Aus diesem Grunde hat Gott eine Methode gewählt, die von keinem Fälscher beeinflusst werden kann.
Jesu selbst hat aus diesem Grunde nichts aufgeschrieben, weil er jedem Nachfolger die Chance aufzeichnete, dass er mit ihm direkt sprechen wird, wenn er sich ganz mit ihm verbindet und IHN in seinem Inneren aufgenommen hat.
So hat Jesus aufgezeigt, was ER unter dem Wort: "ICH BIN der WEG und die Wahrheit ....." gemeint hat, denn niemand kommt zum Vater denn durch mich." Von Theologen war nicht die Rede. Deshalb heißt es bei (Joh. 5/19) "... der Sohn vermag aus sich selbst nichts zu tun, was er nicht den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise.
Joh. 5/37  Und der Vater, der mich sandte, er selbst gab Zeugnis über mich; doch ihr habt weder seine Stimme jemals gehört, noch seine Gestalt gesehen.
(38)  auch sein Wort habt ihr nicht in euch wohnen, weil ihr dem, den er sandte, nicht  glaubt. Wer an mich glaubt, aus dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
(43)  Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr nicht fähig seid, mein Wort (im Inneren) zu hören.

Dies alles ist nur in direkter Gottesverbindung möglich!

Joh. 14/10  "... Die Worte die ich euch sage, rede ich nicht aus mir; der Vater, der in mir wohnt, er selbst ist am Werke."
14/13:   "Und  um was ihr (den Vater) bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun,  damit verherrlicht werde der Vater im Sohn."
14/14:  "Wenn ihr um etwas mich bittet in meinem Namen, werde ich es tun."
14/15:  "Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten."
14/16:   und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, damit er immerfort bei euch bleibe."
14/17:  "...den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht  sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein."
14/18:  Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen: ich komme zu euch." (im Inneren Wort)
14/21:  "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer aber mich liebt, wird geliebt werden von meinem Vater, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren." (Im Inneren Wort)
14/23: "... wird mein Wort bewahren, und mein Vater wird ihn lieben und wir werden Wohnung bei ihm nehmen." (Im Inneren Wort)
14/26: "Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater  senden wird in meinem Namen, er wird euch alles lehren  und an alles erinnern, was ich euch gesagt habe".

Wenn also der Heilige Geist dafür sorgen wird ("Er wird euch alles lehren und an alles erinnern, was ich euch gesagt habe."), dann sagt dies eindeutig aus, dass die Nachfolger Seiner Lehre nicht in Büchern zu lesen brauchen, weil sie durch "Seine innere Stimme" an aller erinnert werden, was für sie in irgendeiner Situation wichtig und erforderlich ist. Er hat nie gesagt: "Habt ihr jetzt alles aufgeschrieben, dass diese meine Aussage nicht verlorengehen möge?" Das  ist auch nicht erforderlich, wenn der Heilige Geist alle die Lehrer, aber erst recht seine weiteren Propheten, an alles erinnert wird, was Jesus gelehrt hat.

Hieraus lässt sich erkennen, dass es nicht der Wille Gottes war, dass Schriften hergestellt werden, weil dadurch diejenigen, die intellektuell und als Buchstaben-Menschen nur die Worte lesen wollen, ihren Wissensdurst stillen werden und denken könnten: "Ich weiß es jetzt, also bin ich Christ!" Mit diesem Gedankengut, das vor allem von den Kirchenlehrern ausging, kam ein falsches Denken in die Kirche, und es waren schon sehr bald zwei Wege zu erkennen: den inneren WEG DER WAHRHEIT (2. Petr.) und den äußeren Weg, der schon von Anfang an nicht um Zeremonien und Riten herumkam und eine äußere "greifbare Kirche" aufbaute.
Joh. 15/7:   "Bleibt ihr in mir und bleiben meine Worte in euch, dann bittet, um was  ihr wollt, und es wird euch zuteil werden."
15/26:  "Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch senden werde vom Vater, den Geist der Wahrheit, wird er Zeugnis geben von mir.
15/27:  und auch ihr werdet Zeugnis geben, weil ihr von Anfang an bei mir seid."

Joh. 16/12:  "Noch vieles habe ich euch zu sagen, doch ihr könnt es jetzt nicht tragen;
16/13:   Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch hinführen zur vollen Wahrheit; denn nicht von sich aus wird er reden, sondern was er hört, wird er reden, und das Kommende wird er euch künden.
16/14:  Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er nehmen und euch künden."

Diese langen Passagen sind Worte Jesu während seiner Lehrtätigkeit und der Beweis, warum Jesus keine Buchstaben-Kirche wollte, sondern alle seine Jünger und Nachfolger sollten durch das Innere Wort geführt werden und die Weisheit Gottes persönlich erfahren.
Wir sollen nun nicht die Worte zerpflücken, sondern den Sinn der Worte erfassen und den Geist, der darin wirkt und spricht. Sind es nicht wundervolle Worte der Verheißung, dass wir nicht allein gelassen und verwaist zurückgelassen sein werden?
Hat Jesus damit nur seine damaligen Jünger gemeint? - sicherlich nicht, denn er hat damit angedeutet, wie er seine künftigen Gemeinden in der Welt führen will: durch den Beistand des Heiligen Geistes. Nur auf diese Weise nahm und nimmt der Heilige Geist von der "Lehre Jesu" und führt die Gemeinde, die auf Seinem Wege ist, nach dem Worte Jesu (Joh. 14/4 f):
"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich."
Dieser Absatz "außer durch MICH" bedeutet: im Inneren, durch das Innere Wort, in dem ER Selbst wirkt und gegenwärtig ist, und nicht durch eine äußere Kirche.

Dieser Weg wird uns durch Jesus selbst aufgezeigt. Im Johannes-Evangelium 14/4 sagt Jesus: "Und wohin ich gehe - den Weg (dahin) wißt ihr." Und da Thomas verneint, diesen Weg zu kennen, spricht Jesus das wichtige Wort (14/6): "ICH BIN der WEG und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich." Diese Worte sind aber nicht die einzigen, die über den Weg des Messias reden, sondern wir finden Hinweise an mehreren Stellen in der Bibel.

Die frühen Christen nannte man - da man die Bezeichnung "Christen" sicherlich noch nicht kannte  - die "Anhänger des Weges." Die Nachfolge Jesu war die Lehre des Weges.

In der Jerusalemer Bibel steht in der Apostelgeschichte in
9,1: "Saulus, der noch immer Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn schnaubte, ging zum Hohepriester
9/2      und erbat von ihm Briefe (Haftbefehle) an die Synagogen von Damaskus, um     alle "Anhänger des Weges" , die er dort fände, Männer wie Frauen, gebunden nach  Jerusalem zu führen.

Es war überhaupt nicht der Wille Christi, dass seine Lehre niedergeschrieben würde und dass Schriften als Quelle der Wahrheit gelten sollten. Wäre dies sein Wille gewesen, dass seine Lehre schriftlich niedergelegt würde, so hätte er dies klar zum Ausdruck gebracht.
Es ist ein Buch geworden, in dem jeder die Beweise für seine Lehren sucht und auch findet. Man hat einige hundert "christliche" Religionsgemeinschaften gezählt. Alle unterscheiden sich in irgendeiner Glaubenslehre. Und doch berufen sich alle auf das Neue Testament, um ihre abweichende Lehre zu beweisen.
Sollte der all-weise Gott ein Buch, in dem jeder seine Irrtümer findet, zur reinen Quelle der Wahrheit bestimmt haben? Das auch nur zu denken, wäre eine Gotteslästerung.

Heute stehen wir vor einem hundertfältig gespaltenen Christentum, vor zahllosen Religionsgemeinschaften, die alle etwas anderes als Wahrheit verkünden und von denen jede ihr eigenes Glaubensbekenntnis als wahre Lehre Christi ausgibt.

Wer daher wissen will, was in der Bibel, wie sie uns heute vorliegt, richtig und was nicht richtig ist, kann es nur auf dem Wege erfahren, auf dem alle gottestreuen Menschen der Vergangenheit die Wahrheit gesucht und gefunden haben, nämlich durch die Verbindung mit der Geistwelt Gottes im Inneren Wort.

Mahatma Gandhi bekannte sich gerne als Jünger Jesu, aber  nicht als Christen. Jünger Jesu zu werden ist eine spirituelle Angelegenheit; "Christ zu sein im herkömmlichen Sinne, ist eine Sache der Religion", sagte er.

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