Donnerstag, 26. Mai 2016

Der Kristall - eine Parabel




Es war einmal vor sehr langer Zeit ein wunderbarer See. Sein Wasser war so klar und rein wie das helle Sonnenlicht. Und weil aus der Tiefe des Sees ein wunderbares Licht empor schimmerte, nannte man ihn den Sonnensee. Dieser See war das Reich des Schwanenkönigs, der über eine große Schar leuchtend weißer Schwäne herrschte. Er war ein gütiger König und kannte jeden einzelnen Schwan bei seinem Namen. Da das Glück und die Freude aller seiner Schwäne sein höchstes Ziel waren, gab es auf diesem See kein Leid, keine Not und keine Traurigkeit. Das wundersame Licht des Sees wärmte die Schwäne, so dass ihr leuchtendes Gefieder sehr leicht und luftig war.  

Eines Tages gab der König ein großes Fest zu Ehren der Volljährigkeit seines ältesten Sohnes. Der junge Prinz war sehr beliebt bei den Schwänen, die gern der Einladung zum Geburtstag folgten. Abertausend Blumen und Girlanden schmückten den großen Festsaal des Schlosses und die feinsten Speisen wurden serviert. Wundersame Musik erfüllte den Saal, und der König führte mit seiner Gemahlin die Gäste zum Tanze. Als die Feierlichkeit ihren Höhepunkt erreichte, erinnerte der König die Anwesenden an den besonderen Anlass dieses Festes. "Meine lieben Kinder", sprach er, denn er war wie ein Vater für alle, "wir sind heute zusammengekommen, um den Geburtstag unseres lieben Sohnes zu feiern. Es freut mich ganz besonders, da ich weiß, wie auch ihr ihn über die Jahre schätzen gelernt habt, und ihn in Eure Herzen aufgenommen habt. Daher habe ich beschlossen, ihn von nun an als Mitregenten des Sonnensees zu erheben. Als Zeichen dieser Würde und hohen Aufgabe schenkte ich ihm diesen Kristall".

Ein Raunen ging durch die erstaunte Schar der Schwäne als der König eine Kette mit einem strahlenden Kristall um den Hals des Prinzen legte. Dankbar und sichtbar gerührt nahm dieser das Geschenk seines Vaters an. Gerade wollten die Gäste in einen begeisterten Freudesbeifall ausbrechen, als die zornige Miene der Königin sie schroff zurückhielt. "Wie kannst du unseren Sohn als Mitregenten bestellen", rief sie, "wo doch dieses Recht ganz allein mir, deiner Frau, zustehen sollte"? Der König schwieg und sah seine Frau lange mit liebevollen Augen an. Dann sagte er: "Alles was mein ist, das ist auch dein. Dir gehört dieser See, wie auch allen anderen Schwänen. Was willst Du noch mehr"? "Ich will mein eigenes Reich"! bestimmte die Königin, "wo ich allein regieren kann - so wie es mir gefällt"!

Diese Worte stimmten den König sehr traurig, denn er liebte seine Frau über alles. Seine tiefe Liebe zu ihr verbot es ihm jedoch, sich dem Willen seiner Frau zu widersetzen. "Ich werde dir dein eigenes Reich schenken", sagte der König nach einer Weile. "Am Rande meines Reiches liegt ein großer See, den man den Mondsee nennt. Ihn magst Du als dein Eigentum nehmen und dort dein Reich gründen".

Die Königin verlor keine Zeit. Sie nutzte die Gelegenheit der anwesenden Gäste und versprach jedem, der mit ihr kommen wolle, hohe Ämter und Auszeichnungen in ihrem neuen Reich. Sie verstand es, geschickt für ihr neues Unternehmen zu werben und eine beträchtliche Zahl von Schwänen ließ sich für ihren Plan gewinnen.
Für den König und allen verbliebenen Schwänen war es ein trauriger und sehr schmerzhafter Abschied  als die Königin sich mit ihrem Gefolge vom Sonnensee erhob und mit kräftigen Flügelschlägen in die Richtung des Mondsees zog. Es war ein weiter Flug für die Königin und ihr Gefolge. Je mehr sie sich von ihrer ehemaligen Heimat entfernten, desto dunkler wurde es um sie. Endlich sahen sie in der Ferne das silberne Licht des Mondsees. Erschöpft ließen sich die Schwäne auf ihm nieder. Zum ersten Mal in ihrem Leben verspürten sie Kälte, denn das Licht des Sees war nur der fahle Widerschein des weit entlegenen Sonnensees. Sie froren und waren hungrig.        
Das Leben auf dem Mondsee war anders als sie es gewohnt waren. Es fehlten die Wärme und der Überfluss. Ihr leichtes, weißes Gefieder war viel zu dünn und alsbald wuchsen den Schwänen neue Federn über ihr weißes Kleid. Diese Federn wärmten sie zwar etwas, aber sie waren viel größer, gröber, schwerer und sie waren pechschwarz! Ihr neues Federkleid wurde dabei so schwer, dass selbst das Fliegen für sie mühsam wurde, und sie alsbald nur noch auf dem kalten See herum schwammen, wo sie sich um die wenigen Futterbisse stritten. Viele dachten noch oft an den schönen, warmen Sonnensee, wo das Leben so viel reicher war. Doch längst war ihr Gefieder zu schwer geworden, um noch an einen Rückflug zu denken. So vergingen die Jahre und mit ihnen schwanden auch mehr und mehr die letzten Erinnerungen an den Sonnensee.

Doch der Schwanenkönig hatte sie nicht vergessen. Er dachte immerzu mit wehem Herzen an die Königin und an jeden einzelnen Schwan, der sich ihr angeschlossen hatte. Er wusste um ihre Not und wünschte sich nichts mehr, als dass sie alle zum Sonnensee zurückkehren würden. Die anderen Schwäne in seinem Reich fühlten ebenso wie er und sehnten sich nach ihren Brüdern und Schwestern, die nun auf dem kalten Mondsee froren.
Der König überlegte lange, was er tun könne, um die verlorenen Schwäne zurückzuholen und sie von ihrem mühsamen Los zu befreien. Alsbald sandte er Schwäne aus, die als Boten zum Mondsee flogen, um die verlorenen Schwäne zur Rückkehr zu bewegen. Doch diese Boten in ihren weißen Gefiedern wurden mit großem Argwohn auf dem Mondsee empfangen. Man wollte ihr Werben und ihre Worte nicht hören. Man verlachte und verhöhnte sie und mancher weiße Schwan wurde sogar von der erregten Schar erschlagen.

So kam ein Bote nach dem anderen und allen erging ein ähnliches Schicksal. Die Herzen der schwarzen Schwäne auf dem Mondsee waren - wie der See - kalt geworden und wollten sich nicht für die Worte der weißen Schwäne öffnen lassen. Da trat eines Tages der junge Prinz zu seinem Vater und sprach: "Vater, lass` mich gehen, um zu den verlorenen Schwänen zu reden und sie zur Rückkehr zu bewegen." Der Vater schaute auf seinen Sohn und tiefe Freude stieg in ihm empor. Doch sprach er: "Warum glaubst du, dass dir gelingen wird, woran viele andere vor dir schon scheitern mussten“.
"Vater, als Mitregent des Reiches trage ich auch Verantwortung für jeden einzelnen Schwan. Es ist aber nicht nur meine Pflicht, die Schwäne zurückzuholen, sondern auch mein tiefer Wunsch und Wille. Ich werde als Zeichen meiner Aufgabe den Kristall mitnehmen, den Du mir einst geschenkt hast. Er möge mir helfen, die Erinnerung in den Schwänen wieder zu wecken." Da umarmte ihn der Schwanenkönig und ließ seine Abreise vorbereiten.

Es war eine kalte Winternacht, als sich der Königssohn dem Mondsee in langsamen Flug näherte. Manche Schwäne, die in jener Nacht nicht schliefen, konnten ihn schon fern am Himmel kommen sehen. Wie ein großer leuchtender Stern strahlte sein Kristall durch die dunkle Nacht. Doch nur wenige freuten sich über sein Kommen und über das wundersame Leuchten, das von ihm und seinem Kristall ausging. So mancher, der von ihm und seinem sonderbaren Licht angezogen war, konnte oder wollte aber seine Worte nicht verstehen. Der Königssohn forderte die Schwäne auf, sich ihre schwarzen Federn auszureißen, die sie so träge und schwerfällig machten. "Aber das schmerzt doch ungeheuerlich und es wird bluten!" riefen die einen entsetzt. "Willst du, dass wir nackt herumlaufen?" spotteten die anderen.

"Glaubt mir," sprach der Königssohn, "unter eurem schwarzen Federkleid ist ein rein-weißes Gefieder, das leicht und luftig ist. Damit werdet ihr wieder fliegen können, so wie ich. Und wenn ihr erst wieder fliegen könnt, dann könnt ihr auch zurückkehren in meine Heimat, dem Sonnensee. In jenem Reich meines Vaters wird niemand mehr frieren und hungern. Befreit euch von euren lästigen Federn und kommt mit mir zurück." Und als er so redete erfuhr die Königin von seiner Ankunft. Sie fürchtete, dass es ihm gelingen würde, ihr Reich aufzulösen und alle Schwäne zu Sonnensee zurückzuholen.
Schnell und geschickt wiegelte sie die Menge unschlüssiger Schwäne gegen ihn auf. Ihre Verleumdungen und Lügen um den weißen Boten vom Sonnensee wuchsen und mehr und mehr Schwäne sahen plötzlich in ihm eine drohende Gefahr. Sie zeterten und schrien auf ihn ein und auf jene, die ihm folgten. Sie schlugen mit ihren schwarzen Flügeln und der Tumult wurde so groß, dass alsbald Steine flogen und wilde Schreie über dem ganzen See zu hören waren. Plötzlich traf ein Stein den Kopf des Königssohns. Er sank in sich zusammen und sein schöner langer Hals fiel auf die nackten Klippen des Sees. Hierbei zersprang der funkelnde Kristall in abertausend kleine Teile. Doch statt auf den Boden zu fallen, fielen die kleinen Stücke in die Herzen aller schwarzen Schwäne, wo sie von nun an zu leuchten begannen.

Erstarrt und erschrocken verharrte die Menge als sie sah, was geschehen war. Hatten sie wirklich diesen schönen Schwan erschlagen? Und als sie noch auf den leblosen Körper blickten, verschwand dieser plötzlich ganz vor ihren Augen! Was war das? Verwundert schauten sie einander an. Nun bemerkten sie plötzlich, dass ein seltsames Leuchten unter ihren schwarzen Federn hervor schimmerte. Sollte der weiße Schwan etwa recht gehabt haben? Sollte wirklich ein weißes, strahlendes Federkleid unter ihren dunklen Federn verborgen liegen?

Nun begannen einige sich die ersten schwarzen Federn auszureißen. Es schmerzte ungeheuerlich und Tränen traten in ihre Augen. Doch sie gaben nicht auf. Und siehe da: es zeigten sich bald weiße Flügel, mit denen sich leicht der Wind fangen ließ. Erfreut entledigten sich die Schwäne noch der restlichen schwarzen Federn und begannen die ersten Flugversuche. Mehr und mehr Schwäne folgten und bald war der ganze See in Aufruhr. Von ihrem Schloss sah die Königin, dass ihre Schwäne begonnen hatten, sich für die Heimreise zu rüsten. Sie sah, wie sich immer mehr Schwäne ihrer schwarzen Federn entledigten und die ersten Flugversuche unternahmen.
Und also sie den ersten weißen Schwan hoch am Himmel kreisen sah, wurde ihr sehr schwer ums Herz. Tränen traten in ihre Augen und sie erkannte ihren dummen Eigensinn, womit sie sich an den kalten See selber verbannt hatte. Sie begann sich nach dem warmen Sonnensee zu sehnen und wünschte sich nichts lieber, als wieder die Frau an der Seite des Sonnenkönigs zu sein. In dem Moment kamen die ersten Schwäne auf sie zu. Aufgeregt durch ihre ersten Flugversuche riefen sie ihr zu: "Schau`, wir können fliegen! Komm` mit uns, wir ziehen zurück zum Sonnensee. Auf was wartest Du noch?   

Aber die Königin wusste, was sie zu tun hatte und rief: "Fliegt nur voraus. Ich komme bald nach!" Dann machte sie sich auf, allen Schwänen zu helfen, sich ihres schwarzen Gefieders zu entledigen. Sie wusste, dass sie nicht eher zurückkommen durfte, bis der allerletzte Schwan wieder fliegen konnte und zum Sonnensee zurückgekehrt ist. Und so half sie einem Schwan nach dem anderen. Als letzte entledigte sie sich selber ihres schwarzen Federkleides und hob sich in die Lüfte um den anderen zu folgen.

Das Fest, das die verlorenen Schwäne zu ihren Ehren bei ihrer Wiederkehr vorfanden, war von einer Größe und Freude, dass es unmöglich ist, es mit Worten zu beschreiben. Geschwind trugen die verlorenen Schwäne all die kleinen Kristallstücke zusammen, die in ihrem Herzen eingebettet waren. Jetzt hatten sie diese nicht mehr nötig und dankbar brachten sie die Kristallstücke dem Königssohn zurück, der sie von nun an als Zeichen seiner Würde als wundersame Krone auf seinem Haupte trug.                                

 Heinz Wilhelm

Mittwoch, 25. Mai 2016

Alle Handlungen, die wir ausführen



Alle Handlungen, die wir ausführen – auch die guten, auch die frommen, auch diejenigen, die wir aus Nächstenliebe tun – haben Konsequenzen, die uns an die Welt binden. Allein durch materiell gute Handlungen können wir also nicht befreit werden.

Es geht darum Handlungen auszuführen (Nichthandeln), die in dieser Welt keine Reaktionen tragen, die nicht von dieser Welt sind. Handlungen, die die Grenzen der Karma-Gesetze in dieser Welt überschreiten. Jesus sagte: Wir sind zwar in dieser Welt, aber nicht von dieser Welt.
Aber was gibt es denn, das jenseits der Dualität ist und worauf wir unsere Liebe richten könnten? Nun, es sind zwei Dinge: erstens Gott und zweitens die Seele. Aber auch wir, das heißt die Seele, unser wahres Selbst, auch wir sind jenseits der Dualität.
Wir müssen also lernen die Seele des anderen zu lieben, und zwar unabhängig vom Körper, vom Verstand und vom Intellekt des anderen.
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wie dich selbst. Das Selbst ist gemeint, also die Seele, nicht der Körper, nicht einfach nur Wohltätigkeit im Sinne von: Lasst uns dafür sorgen, dass der andere Mensch gesund und glücklich, ein besserer Materialist ist und in der Dualität verstrickt bleibt.

Ebenso lehrte der Buddha: “Ob ihr mit einer eisernen oder goldenen Kette gefesselt seid – in beiden Fällen seid ihr gebunden. Praktiziert ihr Tugenden, habt ihr die goldene Kette gewählt, führt ihr schlechte Taten aus, ist es eine eiserne Kette. Beide halten euch gefangen. Nur wer die beiden Ketten von Gut und Böse abgeschüttelt hat, ist ein spirituell Erleuchteter.


Weiterlesen bei: www.rudipaulschwan.com

Wie Menschen aus traumatischen Erfahrungen Kraft schöpfen können




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Im Militär gibt es besonders viele Fälle von posttraumatischen Belastungsstörungen.

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"Menschen werden verletzlicher, aber auch stärker." US-Psychologe Richard Tedeschi spricht im Interview über die Kraft, die aus schlimmen Ereignissen erwachsen kann: das "posttraumatische Wachstum".
Von Astrid Viciano

Krieg und Folter, lebensbedrohliche Erkrankungen oder der Tod des Lebenspartners: Wenn Menschen Schicksalsschläge erleben, zerbrechen manche daran. Viele andere jedoch wachsen an der Erfahrung, schöpfen neue Kraft, entdecken einen neuen Sinn im Leben. Denn die Welt gerät plötzlich aus den Fugen, und Menschen beginnen sich zu fragen, wer sie sind, welches Leben sie leben, welche Zukunft ihnen noch bevorsteht. Und finden nach intensiven Phasen des Nachdenkens neue Antworten auf ihre Fragen.
Seit Jahrzehnten betreut der amerikanische Psychologe Richard Tedeschi von der University of North Carolina in Charlotte schwer traumatisierte Menschen, stellt immer wieder fest, dass Menschen ihren schlimmen Erfahrungen oft auch Gutes abgewinnen können. "Ursprünglich wollte ich wissen, was Menschen weise macht. Alte Menschen oder Menschen, die schwerste Dinge durchgemacht haben, sind oft weise. Also haben wir mit ihnen gesprochen", sagt Tedeschi. So haben die Forscher das Phänomen des posttraumatischen Wachstums entdeckt.

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Je nach den Umständen erfahren 30 bis 90 Prozent der Menschen nach einem Trauma einen Aspekt dieses Wachsens. "Das ist das Paradoxon: Menschen werden verletzlicher, aber stärker", sagt der Psychologe.

Viele Betroffene stellen auch fest, dass sie sich selbst heute viel lieber mögen als jenen Menschen, der sie vor dem Trauma gewesen sind. "Ich bin ein besserer Mensch geworden als früher. Ich glaube nicht, dass ich diese positiven Veränderungen vorgenommen hätte, wenn mir das nicht passiert wäre", sagen einige. Wann eine Person nach einem Trauma innerlich wachsen kann, was dafür notwendig ist und wie sich Menschen auf Schicksalsschläge vorbereiten können, erklärt Richard Tedeschi.

S.Z.

Stufenleiter der LLiebe



Die Stufenleiter zur selbstlosen Liebe führt über:
Toleranz,  Verständnis,  Wohlwollen,  Mitgefühl
zur Liebe.

Wer glaubt, er könne eine dieser Stufen überspringen,
sollte nicht glauben, er wüsste was Liebe ist.

Samstag, 21. Mai 2016

Mystik und Quantenphysik




Quantenphysik ist lediglich das Wissen der Ur- oder Indigenen Völker. Dem Christlichen Abendland wurde beim zusammensetzten der Bibel unter Constantin dieses Wissen weitestgehend vorenthalten, d.h. nicht in die Bibel aufgenommen, weil es dem Klerus und Constantin zu gefährlich schien, oder es nicht verstanden wurde. Es gibt also auch noch in der Bibel Aussagen, die denen der östlichen Mystik gleichen.  
So braucht der verkopfte, linkshemisphärische denkende Mensch des Westens heute die Wissenschaft der Quantentheorie, die selbst immer noch von gewissen Kreisen weder publiziert noch verstanden werden möchte.    
Denn was die Mystikern aller Glaubensrichtungen in ihrer Innenschau intuitiv wahr genommen haben, wird heute durch die moderne Quantenphysik weitestgehend bestätigt.   

Der Physiker Fridjof Capra hat in seinem Buch „Das Tao der Physik“ systematisch den Versuch unternommen, die Aussagen moderner Physik und östlicher Philosophie zu vergleichen. Dabei macht er auf überzeugende Art klar, dass die Konsequenzen der Quantenphysik unser Weltbild viel eher an die Sichtweise des Taoismus oder Yoga heranrücken als die an den gängigen Materialismus. Und er sah, dass die alte Hindumystik im Grunde Quantentheorie in metaphysischer Verpackung sei.   

H.P. Dürr ein Schüler Heisenbergs, der in den USA studierte und arbeitete hatte einen Kollegen indianischer Abstammung. Als dieser seinem Vater, der weder lesen noch schreiben konnte, erklären wollte, was er dort studiere (Quantenphysik), antwortete der, das wisse er alles. Er hatte alles intuitiv erfahren, weniger intellektuell.

Die moderne Physik entdeckt mit ihren komplizierten Maschinen nur alte Weisheiten neu.
Der Buddha entdeckte vor 2500 Jahren in seiner Innenschau, dass die subatomaren Teilchen keine wirkliche Festigkeit und Stabilität haben, sondern wie ein Strom von Schwingungen auftreten, er nannte sie Kalāpas. Was er sah, waren wohl die Quantenwellen, die Joseph Ratzinger, der spätere und jetzt emeritierte Papst, mit Gott verglich. Hat der Buddha, ohne es zu ahnen, Gott entdeckt? Was der Buddha entdeckte, war so unglaublich, dass nur Mystiker es verstehen konnten, aber heutzutage hilft die Quantenphysik  immer mehr Menschen es zu verstehen. War der Buddha der Entdecker der Quantenphysik?

Buddhisten fassen ein Objekt als Vorgang, nicht als Ding oder Substanz auf. Wie die modernen Physiker sehen die Buddhisten alle Objekte als Vorgänge in einem universellen Fluss und verneinen die Existenz einer materiellen Substanz.       
Die östlichen Mystiker bestehen immer wieder darauf, dass die letzte Wirklichkeit niemals ein Objekt logischen Folgerns oder demonstrierbares Wissen sein kann.
Absolutes Wissen ist eine völlig nicht-intellektuelle Erfahrung der Wirklichkeit, eine Erfahrung, die in einem »meditativen« oder mystischen Zustand auftritt. Das Grundziel ist es, den denkenden Verstand zum Schweigen zu bringen und vom rationalen auf das intuitive Bewusstsein umzuschalten. In vielen Formen der Meditation wird das rationale Bewusstsein dadurch zu Schweigen gebracht, dass man seine Aufmerksamkeit auf einen einzigen Punkt, wie z.B. den Atem konzentriert.

Viele Physiker, die in einer Tradition erzogen wurden, die Mystik mit vagen, geheimnisvollen und höchst unwissenschaftlichen Dingen in Verbindung bringt, waren schockiert, als man ihre Ideen mit denen von Mystikern verglich. Glücklicherweise ändert sich diese Haltung jetzt. Nachdem Meditation nicht länger lächerlich oder mit Argwohn betrachtet wird, wird die Mystik selbst innerhalb der Gemeinschaft der Wissenschaftler ernst genommen.   

Das Verstehen des eigenen Bewusstseins und seine Beziehungen zum übrigen Universum ist der Ausgangspunkt aller mystischen Erfahrung. Dann gibt es kaum noch Zweifel  an der Bedeutung der Parallelen zwischen der Weltanschauung der Physiker und der Mystiker. Die interessante Frage ist dann nicht, ob diese Parallelen existieren, sondern warum, und weiter, was daraus folgt.

Die Parallelen werden plausibel, wenn wir uns die Ähnlichkeiten ansehen, die trotz der unterschiedlichen Ansätze existieren. Erstens sind ihre Methoden rein empirisch: Physiker leiten ihr Wissen von Versuchen ab, Mystiker von meditativen Erkenntnissen. Beides sind Beobachtungen, und in beiden Bereichen werden diese Beobachtungen als einzige Quelle des Wissens anerkannt.
Der Gegenstand der Beobachtung ist freilich in beiden Fällen sehr verschieden. Die Mystiker schauen nach innen und erforschen ihr Bewusstsein auf verschiedenen Ebenen, die den Körper als physische Manifestation des Geistes einschließen.

Im Gegensatz zu den Mystikern beginnt der Physiker seine Erforschung des Wesens der Dinge mit dem Studium der materiellen Welt. Beim Eindringen in die tieferen Schichten der Materie wurde er sich der Einheit aller Dinge und Vorgänge bewusst.
Darüber hinaus hat er auch gelernt, dass er selbst und sein Bewusstsein ein integraler Teil dieser Einheit sind. So kommen der Mystiker und der Physiker zu derselben Schlussfolgerung, der eine ausgehend vom Reich des Inneren, der andere von der äußeren Welt.

Eine weitere Ähnlichkeit zwischen dem Weg des Physikers und dem des Mystikers liegt darin, dass ihre Beobachtungen auf Ebenen stattfinden, die den gewöhnlichen Sinnen nicht zugänglich sind.
Obwohl die Theorien der Physiker denen der Mystiker ähnlich sind, fällt auf, wie wenig dies die Einstellung der meisten Wissenschaftler beeinflusst hat. In der Mystik kann Wissen nicht von einer bestimmten Lebensweise getrennt werden, die zu ihrer lebendigen Manifestation wird. Mystisches Wissen zu erwerben heißt, sich einer Wandlung zu unterziehen.
Man könnte sogar sagen, dass dieses Wissen die Wandlung ist. Dagegen nehmen die heutigen Physiker die Auswirkungen ihrer Theorien anscheinend kaum zur Kenntnis, denn das Wissen ist für die praktischen Anwendung nicht mehr erforderlich, ebenso für die Fertigung von Erzeugnissen auf der Basis der Quantenphysik.
Für die geistige Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft ist diese o.g. Wissen  allerdings von großer Wichtigkeit. Es erklärt die Entstehung von Allem was ist.          

Die Religion der alten germanischen Völker war eine animistische und heidnische Sicht der Welt, die vor allem bei Naturvölkern weit verbreitet war und immer noch ist. "Animisten" glauben, dass alle Dinge eine Seele besitzen. Das können Tiere, Pflanzen, Flüsse, Berge etc. sein. Nach dieser Religion lebt alles und ist beseelt, egal welche materielle Form es hat. Diese Religion besagt ferner, dass auch alle Naturerscheinungen als etwas angesehen werden, das von Lebenskraft und Empfindungsvermögen durch-wirkt und beseelt ist. Dabei wird nicht zwischen den von uns heute als "belebt" und "unbelebt" bezeichneten Bereichen unterschieden. 

"Heidnisch" heißt, dass es sich um die Religion der Landbewohner handelte, die "in der Heide" wohnten, also nicht in den Städten lebten. Diese "Heiden" - die Landbewohner, die Bewohner der Wälder und der kleinen Dörfer - bewahrten viel länger ihre Mythen als die Städter, die sich mit Steinmauern umgaben und abstrakte Gottheiten verehrten. Die Heiden bewahrten die Weisheit der Erde, das Wissen um die Tiere, um Heil- und Naturpflanzen sowie um die fein-stofflichen Wesen, die Naturgeister. Die Heiden glaubten, dass die gesamte Schöpfung heilig ist.  Für sie war der Schöpfergeist in der Gesamtheit der Schöpfung gegenwärtig und die Schöpfung war im Schöpfer enthalten.    

Alle frühen Europäer, wie auch die Völker der Eingeborenen überall auf der Welt, verehrten die Naturgeister. Ihre Götter und Göttinnen lebten im Himmel, im Wind, in den Flüssen, in den Bergen, Bäume und Tieren. Ihre heiligen Plätze, ihre Orte der Kraft und der Heilung, waren die heiligen Haine und die Steinkreise. In dieser Religion wurde also die nichtmenschliche Welt der Natur anerkannt und respektiert.
Die Einwohner Europas sahen vor dem Aufkommen des Christentums die Welt ganz ähnlich wie die schamanistischen Kulturen in Amerika, Asien und Australien. Sie waren sich der Heiligkeit und der Verbindung aller Lebensformen untereinander bewusst.        

In Europa hielt die animistische Religion der germanischen und keltischen Völker dem zweifachen Angriff durch das Christentum und dem Neid des aufstrebenden patriarchalischen Mediziner-Establishments nicht stand, dass sich gegen die "weisen Männer und Frauen" stellte, die die traditionelle Kräuterheilkunde und schamanistische Praktiken beibehielten. Er fand seinen traurigen Höhepunkt in der Vernichtung von neun Millionen Hexen während der Inquisition. 90 Prozent von ihnen waren heidnische Frauen. Viele hatten versucht, das alte weibliche Wissen von der Kräuterheilkunde und der Geburtshilfe zu bewahren.