Was ist dieser Stoff, aus dem alles
sinnlich Wahrnehmbare gemacht ist? Mit diesen Fragen setzen sich Mystiker und Physiker
seit Jahrhunderten auseinander.
Je tiefer wir in das Geheimnis der Materie vordringen, desto
mehr erkennen wir, dass wir nichts endgültig Greifbares finden. Der deutsche
Physiker Hans Peter Dürr, bis 1997 Direktor des MaxPlanckInstituts für Physik
in München, behauptete gar: „Es gibt keine Materie“
Dürr sagt weiter: „Das bedeutet, man hat ein total anderes
Weltbild. Am Anfang ist alles Eins und es fängt an sich zu differenzieren. Und
alles Eins bedeutet: Ich mit eingeschlossen. Ich kann mich als Subjekt nicht herauslösen.
Auch diese Vorstellung: „Ich schaue die Welt an und beschreibe sie“ ist nicht
mehr gültig.“
Das ist eine komplett andere Sicht auf unsere physische
Realität, als wir dass aus unserem Alltag gewohnt sind.
Dürr überwindet die Subjekt-ObjektTrennung in dem er sagt:
„Ich kann mich als Subjekt nicht herauslösen.“ Am Anfang ist alles Eins, woraus
alles weitere hervorgeht, also auch wir. Die Welt der Trennung in unzählige
Einzelobjekte stellt sich für den Physiker als pure Illusion dar.
Albert Einstein formulierte das mit den
Worten:
Realität ist eine Illusion, allerdings eine
sehr hartnäckige.
Aber nicht nur die Subjekt-ObjektTrennung ist eine Illusion,
sondern auch die subjektive Trennung, also auch die Trennung von Ich und Du.
Wir alle sind auf geistiger Ebene miteinander verbunden, auch wenn uns das im
Alltag nicht ständig bewusst ist. „Das ist die Schlussfolgerung aus dieser
Physik: Wir hängen alle zusammen“, sagt Hans Peter Dürr.
Passend dazu sagte Max Planck, der als Begründer der
Quantenphysik gilt und 1919 den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung des
planckschen Wirkungsquantums erhielt. Zum Thema Geist und Materie sagte er
Folgendes:
Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der
nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher
von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden. Und so sage ich nach meinen
Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich. Alle
Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in winzigsten
Sonnensystem des Alls Schwingung bringt und sie zum zusammenhält. Da es im
ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt –
es ist der Menschheit nicht gelungen, das heiß ersehnte Perpetuum mobile zu
erfinden – so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten intelligenten
Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die
sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche, denn die
Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht, sondern der unsichtbare,
unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht
geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend
Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können,
sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen
geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde
früherer Jahrtausende genannt haben: Gott!
Welche geistigen Erkenntnisse
können wir aus diesen physikalischen Schlussfolgerungen ziehen? Nun, die im
Alltag scheinbar so feste Materie entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als
ganz und gar nicht fest. Im Gegenteil, sie verflüchtigt sich zu immer
ungreifbareren Bestandteilen. In letzter physikalischer Konsequenz ist Materie
nur eine Form verdünnte Energie, wie es Einstein in seiner berühmten Formel E=mc² ausdrückte.
Das Feste an ihr ist offensichtlich eine Täuschung. Die Sichtweise
der Physik steht also in diametralem Widerspruch zu unserer Alltagswahrnehmung.
Hier kann die Physik für den spirituellen Menschen besonders hilfreich sein:
Sie befreit seinen Geist aus dem Gefängnis der materiellen Illusion. Sie ruft
uns wieder in Erinnerung, dass wir Geist sind und nicht Materie. Durch diese veränderte Sichtweise wird der
Blick auf die wahre Realität, die hinter der scheinbaren Realität verborgen
liegt, wieder frei.
Versuchen wir einmal, unsere Umwelt aus diesem Blickwinkel zu sehen. Er ist real und kommt der Wahrheit sehr viel näher, als das gewohnte materialistische Weltbild. Wenn wir uns aus der Illusion befreien, sehen wir das Leben mit anderen Augen. Es wird leichter und befreiter. Der Zwang des Materiellen nimmt ab und der Geist kann wieder auf-blühen, denn er unterliegt nicht den Gesetzen der Materie. Er ist ewig, zeitlos und frei, wenn wir ihn nicht in falschen Vorstellungen einkerkern.
Diese Erkenntnis, dass es keine Materie gibt, hatte der Buddha
schon vor ungefähr 2500 Jahren in seiner Innenschau. Der Buddha sagte: Die
subatomaren Teilchen haben keine wirkliche Festigkeit und Stabilität, sondern sie
treten wie ein Strom von Schwingungen auf, und er nannte sie Kalāpas. Was der
Buddha entdeckte, war so unglaublich, dass es nur Mystiker verstehen konnten,
aber heutzutage helfen uns die Erkenntnisse aus der die Quantenphysik, dass
immer mehr Menschen es verstehen können.
Buddhisten fassen ein Objekt als Vorgang, nicht als Ding oder Substanz auf. Wie die modernen Physiker sehen die Buddhisten alle Objekte als Vorgänge in einem universellen Fluss und verneinen die Existenz einer materiellen Substanz.
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